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`!Modalverb`! (zu `*modus`* „Art, Weise“; hier: „die Art der Aussage bezeichnend“) ist in der `F33f`_`[Sprachwissenschaft`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Sprachwissenschaft]`_`f eine Bezeichnung für bestimmte `F33f`_`[Verben`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Verb]`_`f, die zum Ausdruck einer `F33f`_`[Modalität`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Modalität_(Sprachwissenschaft)]`_`f – im Sinne von Notwendigkeit oder Möglichkeit – dienen.

Im `F33f`_`[Deutschen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Deutsche_Sprache]`_`f werden gewöhnlich die sechs Verben `*dürfen, können, mögen, müssen, sollen`* und `*wollen`* als Modalverben aufgeführt (`*müssen, sollen, wollen`* bezeichnen `F33f`_`[Notwendigkeiten`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Notwendigkeit]`_`f verschiedener Art und `*dürfen, können, mögen`* `F33f`_`[Möglichkeiten`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Möglichkeit]`_`f verschiedener Art). Es gibt aber tatsächlich noch weitere Wörter desselben Bedeutungstyps. In Grammatiken des Deutschen`:cite-ref-1[`F5bf`_`[1`#cite-note-1]`_`f] erscheinen Modalverben oft als eigene Unterart des Verbs neben `F33f`_`[Hilfsverben`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Hilfsverb]`_`f, `F33f`_`[Funktionsverben`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Funktionsverb]`_`f, `F33f`_`[Kopulaverben`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Kopula_(Grammatik)]`_`f und `F33f`_`[Vollverben`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Vollverb]`_`f. Sie werden aber oft auch als `*modale Hilfsverben`* bezeichnet. Auch in der Grammatik des Englischen ist es gängig, Modalverben als Hilfsverben zu bezeichnen `*(modal auxiliaries).`*`:cite-ref-2[`F5bf`_`[2`#cite-note-2]`_`f]`:cite-ref-3[`F5bf`_`[3`#cite-note-3]`_`f] Es gibt jedoch auch Sprachen, in denen Modalverben nicht ohne weiteres von Vollverben unterschieden werden können.`:cite-ref-4[`F5bf`_`[4`#cite-note-4]`_`f]

Modalverben sind eine typische, aber nicht die einzige Methode, um `F33f`_`[Modalität`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Modalität_(Sprachwissenschaft)]`_`f auszudrücken; daneben gibt es auch viele Sprachen, die Modalität durch ein `F33f`_`[Affix`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Affix_(Linguistik)]`_`f (also z. B. eine Endung) an einem Vollverb bezeichnen.`:cite-ref-5[`F5bf`_`[5`#cite-note-5]`_`f] Ferner dienen andere Wortarten (z. B. `F33f`_`[Adverbien`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Adverb]`_`f) oder syntaktische Konstruktionen zum Ausdruck von Modalität.

>>Contents

• `F0af`_`[Geschichte des Begriffs Modalverb`#geschichte-des-begriffs-modalverb]`_`f
• `F0af`_`[Modalverben im Deutschen`#modalverben-im-deutschen]`_`f
• `F0af`_`[Modalverben als grammatische Klasse im Deutschen`#modalverben-als-grammatische-klasse-im-deutschen]`_`f
• `F0af`_`[Besonderheiten in der Syntax der deutschen Modalverben`#besonderheiten-in-der-syntax-der-deutschen-modalverben]`_`f
• `F0af`_`[Zur Umgestaltung der Flexion der Modalverben`#zur-umgestaltung-der-flexion-der-modalverben]`_`f
• `F0af`_`[Bedeutung der Modalverben`#bedeutung-der-modalverben]`_`f
• `F0af`_`[Modalverben in anderen germanischen Sprachen`#modalverben-in-anderen-germanischen-sprachen]`_`f
• `F0af`_`[Modalverben in den romanischen Sprachen`#modalverben-in-den-romanischen-sprachen]`_`f
• `F0af`_`[Literatur`#literatur]`_`f
• `F0af`_`[Weblinks`#weblinks]`_`f
• `F0af`_`[Einzelnachweise`#einzelnachweise]`_`f

-─

>>Geschichte des Begriffs Modalverb

Die Kategorie des „Modalverbs“ fehlte in der ursprünglichen griechisch-lateinischen Grammatiktradition. Mit dem Themengebiet der Modalverben setzten sich schon eine Reihe früher Grammatiker, etwa `F33f`_`[Johannes Clajus`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Johannes_Clajus]`_`f, `F33f`_`[Johannes Kromayer`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Johannes_Kromayer_(Theologe)]`_`f, `F33f`_`[Christian Gueintz`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Christian_Gueintz]`_`f, `F33f`_`[Johann Balthasar Antesperg`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Johann_Balthasar_Antesperg]`_`f, auseinander, insbesondere was die Frage der Zuordnung zum Tempus- oder Modusbegriff anbelangte. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gelangte der Modalverbbegriff endgültig in die deutsche Grammatikographie bzw. wurde dort häufiger beschrieben. Es war `F33f`_`[August Ferdinand Bernhardi`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=August_Ferdinand_Bernhardi]`_`f (1801),`:cite-ref-6[`F5bf`_`[6`#cite-note-6]`_`f] der eine Zuordnung der deutschen Modalverben `*müssen, können, mögen`* und `*sollen`* sowie der Modi `F33f`_`[Indikativ`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Indikativ]`_`f, `F33f`_`[Konjunktiv`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Konjunktiv]`_`f, `F33f`_`[Optativ`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Optativ]`_`f und `F33f`_`[Imperativ`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Imperativ_(Modus)]`_`f zu den Modalitätsmomenten Wirklichkeit, Zufälligkeit, Möglichkeit und Notwendigkeit festlegte.`:cite-ref-7[`F5bf`_`[7`#cite-note-7]`_`f]

>>Modalverben im Deutschen

>>>Modalverben als grammatische Klasse im Deutschen

Die Modalverben des `F33f`_`[Deutschen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Deutsche_Sprache]`_`f treten in Verbindung mit einem Infinitiv ohne `*zu`* auf und zeigen als Gruppe auch eine Reihe von Eigentümlichkeiten in ihrer Formenbildung (`F33f`_`[Flexion`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Flexion]`_`f). Modalverben sind im Präsens durch identische Formen der 1. und 3. Person Singular gekennzeichnet, wie es bei anderen Verben nur im Präteritum der Fall ist: `*ich soll – er soll`* wie `*ich kam – er kam`*. Auch das Verb `*wissen`* weist diese Besonderheit auf `*(ich weiß – er weiß)`*, zählt aber nicht zu den Modalverben. Nach ihrer Bildungsart werden `*wissen`* und die Modalverben (außer `*wollen`*) unter der Bezeichnung `F33f`_`[Präteritopräsentia`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Präteritopräsens]`_`f zusammengefasst.

Neben den „klassischen“ Modalverben `*dürfen`*, `*können`*, `*mögen`*, `*müssen`*, `*sollen`* und `*wollen`* gibt es weitere Verben bzw. Gebrauchsvarianten von Verben, die eine gleichartige modale Bedeutung ausdrücken bzw. ausdrücken können. Die Klasse der Modalverben wird aber oft eng gefasst und nur auf Verben beschränkt, die den einfachen Infinitiv verlangen. Daneben gibt es Verben mit modaler Bedeutung aber in Konstruktion mit dem `*zu-`*Infinitiv: die Konstruktion `*haben + zu`* mit der Bedeutung „müssen“ und in `F33f`_`[verneinten Sätzen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Negation_(Grammatik)]`_`f das Verb `*brauchen`*, das dann die Bedeutung „nicht müssen“ ergibt:

`B100`F9d9Ich habe noch zu arbeiten.`f`b
`B100`F9d9Er braucht nicht zu bezahlen.`f`b
`B100`F9d9Er braucht keine Hausaufgaben zu machen.`f`b

In der Dudengrammatik (2022)`:cite-ref-8[`F5bf`_`[8`#cite-note-8]`_`f] werden solche Verben nur als „Halbmodalverben“ bezeichnet. Bei `*brauchen`* hat sich allerdings eine Tendenz entwickelt, es wie ein reguläres Modalverb zu konstruieren und das `*zu`* entfallen zu lassen.`:cite-ref-9[`F5bf`_`[9`#cite-note-9]`_`f]

Auch das Hilfsverb `*werden`* mit dem Hauptverb im Infinitiv hat neben seiner Funktion zur Bildung des `F33f`_`[Futurs`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Futur]`_`f modale Verwendungen:`:cite-ref-10[`F5bf`_`[10`#cite-note-10]`_`f]

`B100`F9d9Wenn er es sagt, wird es wohl stimmen.`f`b

Daneben wird im Präsens die Konjugationsreihe des Konjunktivs II von `*mögen (möchte, möchtest`* usw.: `*Ich möchte eine Tasse Kaffee trinken)`* oft als selbständiges Modalverb, in der Bedeutung einer Abschwächung von `*wollen (Ich will eine Tasse Kaffee trinken)`*, empfunden, analog zu dem Paar `*sollen (Du sollst den Chef anrufen)`* und `*müssen (Du musst sofort den Chef anrufen)`*. Vielen Deutsch-Sprechenden ist nicht bewusst, dass `*möchte`* und `*mag`* sich morphologisch ebenso entsprechen wie `*könnte`* und `*kann`*. Der feststellbare Abstand zwischen den Standardbedeutungen von `*möchte`* (wünsche zu tun, wünsche zu haben) und `*mag`* (schätze, finde sympathisch, esse gerne) sowie die relative Häufigkeit von `*möchte`* bei relativ seltenem Vorkommen von `*mag`* in der gesprochenen Sprache verdunkeln die Verwandtschaft dieser Formen, anders als bei `*könnte`* (kann vielleicht) und `*kann`* (kann tatsächlich).

Modalverben werden häufig mit der Wirkung einer Aufforderung oder eines Verbots verwendet `*(Du sollst das tun! Du darfst das nicht tun!)`*; ihnen selbst fehlen explizite `F33f`_`[Imperativformen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Imperativ_(Modus)]`_`f.

Modalverben werden in der `F33f`_`[deutschen Grammatik`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Deutsche_Grammatik]`_`f aufgrund ihrer verschiedenen Besonderheiten als eigenständige Gruppe geführt, aber oft auch als `*modale Hilfsverben`* oder `*Hilfsverben des Modus`* bezeichnet. In älteren Beschreibungen wurde manchmal auch noch das Verb `*lassen`* zur Gruppe der Modalverben gerechnet;`:cite-ref-11[`F5bf`_`[11`#cite-note-11]`_`f] dieses bezeichnet jedoch keine Modalität, nur sein syntaktisches Verhalten ähnelt dem von Modalverben.

>>>Besonderheiten in der Syntax der deutschen Modalverben

Das eigentlich zusammen mit einem Modalverb erwartete Hauptverb kann im Deutschen in einigen Fällen wegfallen (insbesondere ein Verb der Bewegung mit Zielangabe, wie `*gehen, fahren, reisen, …`*), so dass das Modalverb allein das Prädikat des Satzes bildet und ein auf das nicht genannte Hauptverb bezogenes `F33f`_`[Adverbial`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Adverbiale_Bestimmung]`_`f oder `F33f`_`[Objekt`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Objekt_(Grammatik)]`_`f als zu dem Modalverb gehörend erscheint:

`B100`F9d9Ich will nach Hause [gehen]. Du musst in die Schule [gehen]. Er kann kein Latein [sprechen oder verstehen].`f`b

Das infinite Verb kann ferner durch ein Pronomen `*(es, das)`* ersetzt werden. Das Modalverb erscheint dann formal wie ein transitives Vollverb, dessen direktes Objekt das Pronomen ist:

`B100`F9d9Ich will es. Das darfst du nicht. Er hat es nicht gekonnt.`f`b

Die Verben `*wollen`* und `*mögen`* (vor allem im Konjunktiv II) können auch mit einem `F33f`_`[Objektsatz`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Objektsatz]`_`f verwendet werden:

`B100`F9d9Sie wollte, dass die Diskussion beendet wird. Ich möchte, dass du kommst.`f`b

Auch hier verhalten sich `*wollen`* und `*mögen`* wie reine Vollverben. Das Subjekt des Nebensatzes ist dabei in der Regel ein anderes als das des Hauptsatzes.

In Verbindung mit einem Infinitiv bildet das Modalverb zusammen mit diesem ein `F33f`_`[zusammengesetztes Prädikat`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Prädikat_(Grammatik)]`_`f (Modalverben erlauben also keine `F33f`_`[inkohärente Konstruktion`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Inkohärente_Konstruktion]`_`f).

Die deutschen Modalverben zeigen zwei verschiedene Formen in `F33f`_`[Perfekt`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Perfekt_im_Deutschen]`_`f-Konstruktionen: Als Hauptverb des Satzes bilden Modalverben das „normale“ `F33f`_`[Partizip Perfekt`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Partizip_Perfekt]`_`f mit `*ge-`* + Verbstamm + `*-t`* („Er hat es nicht anders `*gewollt`*“). In Verbindung mit einem Infinitiv tritt im Perfekt und im `F33f`_`[Plusquamperfekt`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Plusquamperfekt]`_`f hingegen der sogenannte `F33f`_`[Ersatzinfinitiv`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Ersatzinfinitiv]`_`f auf: „Ich hatte ihn nicht sehen `*können`*“. (In manchen Dialekten des Deutschen erscheint hingegen auch hier die Partizipialform.)

Im Deutschen können Modalverben auch miteinander kombiniert werden, was in anderen Sprachen weniger leicht möglich ist: „Ich möchte dich sehen dürfen.“

>>>Zur Umgestaltung der Flexion der Modalverben

Auch historisch unterscheiden sich Modalverben hinsichtlich ihrer Flexion von den anderen Verben. Auffällig ist die Form der 2. Person Singular Indikativ Präsens: Sie lautete bei den Modalverben `*dürfen`*, `*sollen`* und `*wollen`* noch in `F33f`_`[frühneuhochdeutscher`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Frühneuhochdeutsch]`_`f Zeit auf `*-t`*; also: `*du darft`*, `*du sollt`* und `*du wilt`*. Mit Beginn des 15. Jahrhunderts setzt bei diesen drei Verben ein Wandel ein, indem `*-t`* nach dem Vorbild der anderen Verben allmählich durch `*-st`* ersetzt wurde, so dass wir heute nur noch `*du darfst`*, `*du sollst`* und `*du willst`* kennen. Solche Prozesse sind allgemein als `F33f`_`[Analogie`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Analogie_(Sprachwissenschaft)]`_`f bekannt. Auffällig ist nun aber, dass dieser Prozess bei Verben der gleichen Klasse (hier: der Modalverben) mit sehr unterschiedlicher Geschwindigkeit abläuft: Er ist beim Verb `*dürfen`* bereits um 1530 abgeschlossen; bei `*wollen`* und `*sollen`* sind die alten Formen dagegen noch bis ins 19. Jahrhundert zu beobachten und im Fall von `*wollen`* bis heute in einigen Dialekten erhalten.`:cite-ref-12[`F5bf`_`[12`#cite-note-12]`_`f] Der zeitliche Ablauf dieses Sprachwandels erfolgt gemäß dem `F33f`_`[Piotrowski-Gesetz`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Piotrowski-Gesetz]`_`f.`:cite-ref-13[`F5bf`_`[13`#cite-note-13]`_`f]

>>>Bedeutung der Modalverben


Hauptartikel

:

Modalität (Sprachwissenschaft)

>>Modalverben in anderen germanischen Sprachen

Die folgende Liste führt die historischen Entsprechungen der Modalverben in verschiedenen `F33f`_`[germanischen Sprachen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Germanische_Sprachen]`_`f auf. Trotz gleicher Konstruktion und ähnlicher Funktion decken sich ihre Bedeutungen in den verschiedenen Sprachen nicht mehr vollständig.

`t
| Neuenglisch | Neuhochdeutsch | Neuniederländisch | Neuisländisch | Norwegisch , Dänisch |
|---|---|---|---|---|
| can | können, kann | kunnen, kan | kunna, kann | kunne, kan |
| shall | sollen, soll | zullen, zal | skulu, skal | skulle, skal |
| will [ 14 ] | wollen, will | willen, wil | vilja, vill | ville, vil |
| must | müssen, muss | moeten, moet | – | måtte, må |
| may | mögen, mag | mogen, mag | mega, má | – |
| – († tharf) | dürfen, darf | durven, durf | þurfa, þarf | turve (nur Norwegisch) |
`t

>>Modalverben in den romanischen Sprachen

In den `F33f`_`[romanischen Sprachen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Romanische_Sprachen]`_`f, so im Spanischen, werden neben den `F33f`_`[Modalverben`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Strukturverben_in_der_spanischen_Sprache]`_`f`:cite-ref-15[`F5bf`_`[15`#cite-note-15]`_`f] und ihren lexikalischen Äquivalenten häufiger entsprechende `F33f`_`[Modi`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Modus_(Grammatik)]`_`f, wie etwa die des `F33f`_`[Subjunktivs`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Subjuntivo]`_`f, genutzt.

>>Literatur

• Johan van der Auwera, Andreas Ammann: `*Situational Possibility.`* In: Matthew Dryer, Martin Haspelmath (Hrsg.): `*The World Atlas of Language Structures Online.`* Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie, Leipzig (online auf wals.info).
• `F33f`_`[Gabriele Diewald`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Gabriele_Diewald]`_`f: `*Die Modalverben im Deutschen: Grammatikalisierung und Polyfunktionalität`* (= `*Germanistische Linguistik.`* Band 208; zugleich Dissertation Universität Erlangen-Nürnberg 1998). Niemeyer, Tübingen 1999, ISBN 3-484-31208-4 (Leseprobe in der Google-Buchsuche; Nachdruck: De Gruyter, Berlin/Boston 2012, ISBN 978-3-11-094594-2).
• Gražina Droessinger: `*Zur Polyfunktionalität der deutschen Modalverben oder: Was ist modal an den deutschen Modalverben?`* In: `*žmogus ir žodis.`* 2005, III, `F33f`_`[ISSN`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Internationale_Standardnummer_für_fortlaufende_Sammelwerke]`_`f 1392-8600, S. 85–92.
• `F33f`_`[Peter Eisenberg`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Peter_Eisenberg_(Linguist)]`_`f: `*Grundriß der deutschen Grammatik.`* Band 2: `*Der Satz.`* Metzler, Stuttgart 1999, ISBN 3-476-01642-0 (Modalverben: S. 90–99 passim).
• Günther Öhlschläger: `*Zur Syntax und Semantik der Modalverben`* (= `*Linguistische Arbeiten.`* Band 144). Niemeyer, Tübingen 1989.
• Thomas Johnen: `*Zur Herausbildung der Kategorie Modalverb in der Grammatikographie des Deutschen (und des Portugiesischen).`* Pandaemonium germanicum 10 (2006), S. 283–338.
• `F33f`_`[Harald Weinrich`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Harald_Weinrich]`_`f (unter Mitarbeit von Maria Thurmair, Eva Breindl, Eva-Maria Willkop): `*Textgrammatik der deutschen Sprache.`* Dudenverlag, Mannheim 1993, ISBN 3-411-05261-9, Kapitel „Modalverben“, S. 289–316.
• `F33f`_`[Gisela Zifonun`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Gisela_Zifonun]`_`f, `F33f`_`[Ludger Hoffmann`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Ludger_Hoffmann]`_`f, `F33f`_`[Bruno Strecker`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Bruno_Strecker]`_`f: `*Grammatik der deutschen Sprache.`* Band 2. De Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014752-1, Kapitel „Modalverben“, S. 1252–1285.
• Katarina Colomo: `*Modalität im Verbalkomplex. Halbmodalverben und Modalitätsverben im System statusregierender Verbklassen.`* Dissertationsschrift, Ruhr-Universität Bochum, 2011.

>>Weblinks

Wiktionary: Modalverb

– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

>>Einzelnachweise

`:cite-note-1`!1.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-1]`_`f z. B. `*Duden – Die Grammatik.`* 8. Auflage. Dudenverlag, Mannheim 2009, S. 415ff.
`:cite-note-2`!2.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-2]`_`f Ilse Depraetere, Susan Reed: `*Mood and Modality in English`* = Kap. 12 in: Bas Aarts, April McMahon (Hrsg.): `*Handbook of English Linguistics.`* Blackwell Publishing, Oxford 2006.
`:cite-note-3`!3.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-3]`_`f Louse Hasemi, Barbara Thomas: `*Cambridge Grammar for PET. Grammar reference and practice.`* Cambridge University Press, 2006, S. 74.
`:cite-note-4`!4.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-4]`_`f Beispiele in van der Auwera & Ammann, https://wals.info/chapter/74 (siehe Literaturliste)
`:cite-note-5`!5.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-5]`_`f van der Auwera & Ammann, https://wals.info/chapter/74 (siehe Literaturliste)
`:cite-note-6`!6.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-6]`_`f August Ferdinand Bernhardi: `*Sprachlehre. Erster Theil. Reine Sprachlehre.`* Heinrich Frölich, Berlin 1801.
`:cite-note-7`!7.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-7]`_`f Thomas Johnen: `*Zur Herausbildung der Kategorie Modalverb in der Grammatikographie des Deutschen (und des Portugiesischen).`* Pandaemonium germanicum 10 (2006), S. 283–338 (PDF, 964 KB).
`:cite-note-8`!8.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-8]`_`f `*Duden. Die Grammatik.`* 10. Auflage, Dudenverlag, Berlin 2022, ISBN 978-3-411-04050-6, S. 639, Randnr. 1093.
`:cite-note-9`!9.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-9]`_`f Hierzu ausführlich: Marga Reis: `*„Wer brauchen ohne zu gebraucht …“: Zu systemgerechten ‚Verstößen‘ im Gegenwartsdeutschen.`* In: `*Cahiers d’Études Germaniques.`* Bd. 48 (2005), S. 101–114 (Online via Universitätsbibliothek Tübingen, PDF).
`:cite-note-10`!10.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-10]`_`f Dudengrammatik 2009, S. 557, Randnr. 817.
`:cite-note-11`!11.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-11]`_`f Karl Ferdinand Becker: `*Organism der Sprache.`* 2. Auflage. Kettembeil, Frankfurt am Main 1841, S. 219.
`:cite-note-12`!12.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-12]`_`f Siehe `*wollen`* im `F33f`_`[Südhessischen Wörterbuch`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Südhessisches_Wörterbuch]`_`f, Band 6, Marburg 2010, Sp. 646, abgerufen am 17. August 2021, sowie `*wellen (wollen)`* im `F33f`_`[Schweizerischen Idiotikon`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Schweizerisches_Idiotikon]`_`f, Band XV, Frauenfeld 1999, Spalte 1159, abgerufen am 28. Dezember 2022.
`:cite-note-13`!13.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-13]`_`f Erste Auswertung: `F33f`_`[Karl-Heinz Best`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Karl-Heinz_Best]`_`f: `*Zum morphologischen Wandel einiger deutscher Verben.`* In: Karl-Heinz Best, Jörg Kohlhase (Hrsg.): `*Exakte Sprachwandelforschung. Theoretische Beiträge, statistische Analysen und Arbeitsbereiche.`* edition herodot, Göttingen 1983, ISBN 3-88694-024-1, S. 107–118. Erneute Darstellung der Prozesse auf verbesserter Datengrundlage: Karl-Heinz Best: `*Quantitative Linguistik. Eine Annäherung.`* 3., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Peust & Gutschmidt, Göttingen 2006, ISBN 3-933043-17-4, S. 106–109.
`:cite-note-14`!1.`! Die modale Bedeutung ist hier überwiegend obsolet, zu sehen jedoch noch in der Konstruktion `*if you will …`*
`:cite-note-15`!15.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-15]`_`f Modalverben deutsch-spanisch Überblick, hispanoteca.eu (`F33f`_`[Memento`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Webarchivierung]`_`f des Originals vom 8. Juli 2017 im `*`F33f`_`[Internet Archive`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Internet_Archive]`_`f`*) `!Info:`! Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/hispanoteca.eu

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